Ein Kunstprojekt zu Dresdner Erinnerungsorten an Nationalsozialismus, Krieg und Zerstörung

ORT 35 | Heinrichstraße 2 (Hauptstraße 7)

Wie in allen Dresdner Betrieben und Institutionen hatte am Abend des 13. Februar 1945 auch eine Luftschutzwache der Firma
Koch & Sterzel im Werk Mickten Bereitschaftsdienst. Nachdem der erste nächtliche Luftangriff im Werk keine Schäden verursacht hatte, formierte sie einen Löschzug, um außerhalb des Werkes zu helfen. Auf dem Weg zum zugewiesenen Einsatzort, dem Innenministerium, ertönten die Sirenen des zweiten Angriffes, die Löschmannschaft musste umkehren.

Das Firmengelände blieb auch diesmal unbeschädigt und erneut machte sich der kleine Löschzug – ein LKW mit der Löschgruppe und Sanitätern und ein PKW – auf den Weg in die Innenstadt zum Ministerium. Beim Passieren der Heinrichstraße aber wurden sie um Hilfeleistung gebeten. Nachdem in der Hauptstraße eine Wasserentnahmestelle gefunden war, versuchte die Löschgruppe mit einer einzigen Tragkraftspritze, das Übergreifen der Brände in die Heinrichstraße zu verhindern. Nach mehreren Stunden – als einzige Löschkräfte in der beidseitig brennenden Hauptstraße – war das gelungen. Da der Treibstoff für die Spritze knapp wurde, kehrte die Einsatzgruppe in den Morgenstunden in das Werk zurück.

On the evening of 13 February 1945, air-raid wardens of the firm Koch & Sterzel were on duty at the Mickten Works, as they were at all companies and institutions in Dresden. Since the first air raid of the night did not damage the works, the wardens formed a fire brigade to help further afield. While the fire-fighters were on their way to the Ministry of the Interior, where they had been assigned to help, the sirens sounded for the second air raid and they had to turn back.

This time, too, the company remained undamaged, and the small fire brigade – a lorry with the fire-fighters and medical orderlies, and a passenger car – made its way to the Ministry in the city centre. But as they were crossing Heinrichstraße they were asked to help. After finding a fire hydrant in Haupstraße, the fire-fighters tried to prevent the flames from encroaching on Heinrichstraße using a single portable fire pump. After several hours they succeeded – they were the only fire-fighters in Hauptstraße, which was burning on both sides. Since fuel for the pump was running short, the group returned to the works in the morning hours.